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Preisbildung und -entwicklung
Auf allen Stufen setzt sich der Erdgaspreis aus zwei Komponenten zusammen: dem Arbeitspreis und dem Leistungspreis.
Der Arbeitspreis ist der Warenpreis (Preis der Energie), während der Leistungspreis eine Entschädigung für Produktion, Transport und Speicherung darstellt.
Der Arbeitspreis, der rund zwei Drittel des Gesamtpreises ausmacht, ist auf der Beschaffungsstufe an die Entwicklung der internationalen Heizölpreis-Notierungen gebunden. Der Leistungspreis ist für die vertraglichen Stundenmengen (max. Leistung; d.h. Winterspitze) zu entrichten.
Zur Sicherung der Versorgung werden mit den internationalen Erdgaslieferanten langfristige Verträge vereinbart. Aufgrund ihrer Dauer ist zum Schutz beider Seiten eine Indexierung angezeigt, welche die Anpassung an sich verändernde Marktgegebenheiten ermöglicht. Seit den 60er Jahren wird der Erdgas-Beschaffungspreis an die Entwicklung des Ölpreises gekoppelt. Dies ist insbesondere deshalb sinnvoll, weil Erdgas im Markt in direkter Konkurrenz zu Erdölprodukten steht und so gewährleistet ist, dass sich die Preise nicht wesentlich auseinander bewegen.
Die Entwicklung der Ölpreise fliesst jedoch nur in gedämpfter und verzögerter Form in die Erdgaspreise ein, da zur Ermittlung des Indexes jeweils nicht Tageswerte, sondern die Durchschnittspreise mehrerer Monate einbezogen werden. Dies kann sich dann je nach Ausmass in Anpassungen des lokalen Gaspreises niederschlagen. Unvermittelte Preisschwankungen des Rohöls werden durch dieses Preisbildungssystem wirkungsvoll abgefedert.
Aus diesem Grunde kann es auch geschehen, dass der Erdgaspreis sinkt, obwohl der Ölpreis im Steigen begriffen ist oder umgekehrt.
