29.06.2023

5 Fragen an den Bereichsleiter Netz Elektrizität und Telecom

Jetzt die Weichen stellen, um die Stromversorgung künftig zu sichern

Die Zahl der E-Ladestationen, Wärmepumpen und Solaranlagen wächst. Damit die Versorgungssicherheit trotz dieser zusätzlichen Lasten gewährleistet ist, muss das Stromnetz ausgebaut werden. Federführend bei den St.Galler Stadtwerken ist Peter Stäger. Er und sein Team haben die neue Netzstrategie erarbeitet.

Es sind die seit 125 Jahren grössten Veränderungen, die in den nächsten 10 bis 20 Jahren auf das Stromnetz zukommen.

Peter Stäger Informationen zur Person

Peter Stäger arbeitet seit 16 Jahren bei den St.Galler Stadtwerken. Zunächst baute er für die Erstellung des Glasfasernetzes den Bereich Telecom auf, 2017 übernahm der heute 60-Jährige die Leitung des damals neu zusammengelegten Bereichs Netz, Elektronik und Telecom. Vor seiner Zeit bei den St.Galler Stadtwerken hat der gelernte Elektromonteur, der sich laufend weiterbildete, während 10 Jahren bei der Swisscom in den Branchen Elektronik, IT und Telekommunikation gearbeitet. Peter Stäger ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und wohnt in Niederbüren. In seiner Freizeit reist er gerne und treibt regelmässig Sport.

Können Sie Beispiele solcher Ausbauprojekte nennen?

Um im Netz mehr Leistung zur Verfügung zu stellen, muss das Mittelspannungsnetz auf eine Spannungserhöhung von 10'000 auf 20'000 Volt vorbereitet werden, die ab 2035 schrittweise umgesetzt wird. Damit müssen wir für rund 25 Millionen Franken auch das Unterwerk an der Steinachstrasse mit Leistungstransformatoren und Hochspannungsleitungen neu bauen. Ergänzend dazu verstärken wir Trafostationen und Leitungen im Mittel- und Niederspannungsnetz. Insgesamt rechnen wir bis 2030 mit Investitionen von rund 80 Millionen Franken. Gleichzeitig arbeiten wir innerhalb der St.Galler Stadtwerke gemeinsam an der Realisierung eines «virtuellen Kraftwerks». Ziel ist es, alle Produktions- und Verbrauchsanlagen in St.Gallen als integriertes Gesamtsystem zu betrachten und die Energieflüsse gezielt zu steuern. Damit sollen der Energieverbrauch und die Netzausbaukosten reduziert werden.

Die nachfolgenden Generationen sollen in einigen Jahrzehnten auch einmal sagen können: Die haben es in der Vergangenheit ziemlich gut gemacht.

 
Peter Stäger, Bereichsleiter Netz Elektrizität und Telecom
Text: Marion Loher