26.02.2026

5 Fragen an Julia Geiger, Fachmitarbeiterin Energiedatenmanagement

«Energiedaten sind unverzichtbar für ein funktionierendes Stromnetz»

Für ein stabiles Stromnetz braucht es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Produktion und Verbrauch. Damit dieses Gleichgewicht gewahrt bleibt, sind präzise Daten und eine sorgfältige Kontrolle entscheidend. Julia Geiger ist Fachmitarbeiterin Energiedatenmanagement im Ressort Energielogistik der St.Galler Stadtwerke und sorgt dafür, dass Abweichungen früh erkannt werden.

Ohne die von uns überprüften Messdaten wären Handel, Bilanzierung und Abrechnung nicht möglich.

 
Julia Geiger, Fachmitarbeiterin Energiedatenmanagement
Informationen zur Person Julia Geiger

Julia Geiger arbeitet seit Sommer 2025 bei den sgsw im Ressort Energielogistik. Zuvor war sie bei einer Gemeinde im Kanton Zürich im Bereich Energie, Mess- und Stammdaten tätig. Die 29-Jährige ist im bayerischen Allgäu aufgewachsen und verfügt über einen Bachelor of Arts in Sozialökonomie und einen Master of Science in Marketing mit Fokus auf Datenanalyse. Bevor sie im Frühling 2024 in die Schweiz kam, sammelte sie bei einem Energieversorger in Deutschland Berufserfahrung im Energiedatenmanagement. Den Ausgleich zur Arbeit mit Zahlen und Analysen findet sie in den Bergen: im Sommer beim Wandern, im Winter auf den Skiern.

Ein Thema, das mich sehr interessiert, ist die Übermittlung von Produktionsdaten aus Photovoltaik-Anlagen. Es ist weniger ein Projekt, sondern vielmehr eine dauerhafte Aufgabe. Diese Daten sind zentral, weil sie die Grundlage für Herkunftsnachweise bilden, also für den Nachweis, woher der Strom stammt. Das schafft Transparenz im Strommarkt und ist wichtig, damit Förderinstrumente und unterschiedliche Stromtarife überhaupt korrekt funktionieren. Gerade im Kontext neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen gewinnt die präzise Erfassung und Abgrenzung von Stromflüssen zusätzlich an Bedeutung. Der vom Schweizer Stimmvolk angenommene Mantelerlass schafft neue Vorgaben für Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) und entwickelt bestehende Abrechnungsmodelle wie ZEV und EVG weiter. Diese Eigenverbrauchslösungen, bei denen lokal produzierter Strom möglichst vor Ort genutzt wird, sind besonders komplex. Es muss exakt berechnet werden, welcher Anteil aus der PV-Anlage stammt und welcher aus dem Netz bezogen wird. Smart Meter liefern die dafür nötige Datengrundlage, damit diese Modelle korrekt abgerechnet werden können und so einen echten Mehrwert sowie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.

Text: Marion Loher