20.03.2026

Wasser-Rappen wirkt: Geschichten zum Weltwassertag

Ein St.Galler Verein baut Wasserkiosks in afrikanischen Dörfern

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit. Der St.Galler Verein «Faith in Humanity» baut deshalb in west- und ostafrikanischen Dörfern Wasserstationen. Dank Spenden – auch aus dem Wasser-Rappen-Fonds der Stadt St.Gallen – können so Tausende Menschen nachhaltig mit sauberem Trinkwasser versorgt werden.

Blue Community St.Gallen So funktioniert der Wasser-Rappen

Sauberes Trinkwasser für alle – dieses Ziel verfolgt die Stadt St.Gallen seit 2020 mit dem Fonds «Wasser-Rappen». Als «Blue Community» unterstützt sie damit weltweit Projekte, die den Zugang zu sauberem Wasser ermöglichen. Über 1'900 St.Galler Haushalte leisten bereits einen freiwilligen Beitrag und helfen so, nachhaltige Wasserversorgungsprojekte zu realisieren. Möchten auch Sie spenden? Hier geht es zum Anmeldeformular neues Fenster.

Die St.Galler Stadtwerke sind für die Verrechnung des «Wasser-Rappens» zuständig: Die Beiträge werden über die Energierechnung eingezogen und einmal jährlich gezielt an Hilfsorganisationen vergeben. 

Für Projekte und Organisationen, die Unterstützungsbeiträge aus dem Wasser-Rappen-Fonds beantragen möchten, hat die Stadt St.Gallen unter stadtsg.ch/wasser-rappen neues Fenster ein Formular aufgeschaltet.

Kolumban Baumgartner ist pensionierter Berufsschullehrer und hat den Verein 2018 zusammen mit Volkan Karagülle und Stephan Weibel gegründet. Der Auslöser für sein Engagement liegt jedoch etwas weiter zurück. Vor rund 15 Jahren reiste er während eines Sabbaticals nach Guinea. Dort arbeitete er mit Jugendlichen, die auf der Strasse lebten, und vermittelte ihnen handwerkliche Grundkenntnisse in der Metall- und Holzverarbeitung. «In diesen drei Monaten habe ich gesehen, woran es überall fehlt», sagt er. Die sozialen Gegensätze im Land haben ihn geprägt: Auf der einen Seite eine kleine, wohlhabende Elite, auf der anderen Seite eine grosse Mehrheit, die ums tägliche Überleben kämpft.

Das Schlüsselerlebnis hatte er im Spital Donka in der guineischen Hauptstadt Conakry. Tausende Patientinnen und Patienten warteten dort auf ihre Behandlung. Manche starben vor den Türen, weil sie sich die Gebühren nicht leisten konnten. Ihm sei bewusst geworden, wie eng Armut, mangelnde Hygiene und fehlender Zugang zu sauberem Wasser zusammenhängten, sagt er und zog daraus die Konsequenz: «Wenn man helfen will, muss man beim Wasser ansetzen.»

Wasser-Rappen – kleiner Beitrag, grosse Wirkung

Über 2 Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mit dem Wasser-Rappen unterstützt die Stadt St.Gallen verschiedene Hilfsorganisationen dabei, die Wasserversorgung für betroffene Menschen zu verbessern. Helfen auch Sie mit.

Text: Marion Loher