22.01.2021

Wie ein Trafo aus Rorschach nun St.Gallen mit Strom versorgt

In St.Gallen sorgen fünf Unterwerke für eine zuverlässige Stromversorgung der Stadt. Eines davon befindet sich ganz im Osten, an der Martinsbruggstrasse 84. Dort wurde kürzlich ein neuer Transformator eingesetzt. Wir erzählen Ihnen, wie es dazu kam und wieso es einen kurzen Stromunterbruch gab.

Transformatoren im Unterwerk Wozu braucht es zwei Trafos?

Transformatoren und weitere Komponenten der Energieversorgung müssen wie andere Maschinen und Geräte, vergleichbar zum Beispiel mit dem Auto, regelmässig gewartet und inspiziert werden. Zur sicheren Durchführung der erforderlichen Instandhaltungsarbeiten ist es essentiell, dass die Komponenten ausser Betrieb genommen werden können. Um die Energieversorgung für diese Arbeiten nicht unterbrechen zu müssen, werden die für die Versorgung relevanten Komponenten redundant aufgebaut. Über eine redundante Versorgung wird gesprochen, wenn eine für die Versorgung wichtige Komponente ausser Betrieb sein kann, ohne dass die Versorgung unterbrochen ist. Dabei wird auch von der «n-1»-Regel gesprochen. Somit steht zur Sicherstellung der Versorgungen bei Wartungsarbeiten oder im Störungsfall eine alternative Versorgung zur Verfügung. Im Störungsfall erfolgt die Versorgung über die redundanten Komponenten. Teilweise erfolgt die Versorgung ohne Unterbrechung der Stromversorgung oder durch manuelle Eingriffe mittels Netzumschaltungen.

Schnell war klar, dass eine rasche Reparatur nicht möglich sein wird und ein Ersatz geprüft werden muss. Transformatoren dieser Leistungsklasse stehen aber nicht ab Stange zur Verfügung, sondern werden nach Kundenwunsch einzeln angefertigt. Mit mindestens 12 Monaten sind auch die Lieferfristen entsprechend lang. Kein Wunder, bei einem Preis von etwa CHF 650'000 und den Abmessungen von rund 5 Meter auf 3 Meter und einer Höhe von über 4 Meter.

Auf der Suche nach einem Ersatz sind die sgsw im Unterwerk Rorschach fündig geworden, in welchem ein baugleicher Trafo in Betrieb stand. Stefan Bär: «Im Zusammenhang mit den geplanten Netzanpassungen im Raum Bodensee war angedacht, diesen in einigen Jahren ausser Betrieb zu nehmen. In Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnern konnten die notwendigen Anpassungen im Netz vorgezogen, respektive entsprechende Massnahmen getroffen werden, so dass der Trafo in Rorschach bereits jetzt ausser Betrieb genommen werden konnte, ohne die Versorgung im Raum Bodensee zu beeinträchtigen.»

Schwertransport ins Unterwerk

Stefan Bär hat den Ersatz begleitet: «Den Trafo haben wir kurz darauf in Rorschach ausgebaut und als Schwertransport ins Unterwerk St.Gallen-Ost geführt. Dort wurde er mit einem Kran an seinen neuen «Arbeitsplatz» gehievt und angeschlossen. Kurze Zeit später konnten wir ihn in Betrieb nehmen, so dass auch der Osten der Stadt St.Gallen im Bedarfsfall wieder auf den zweiten Trafo zurückgreifen kann.»

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