10.06.2026

5 Fragen an Marco Letta, abtretender Unternehmensleiter St.Galler Stadtwerke

Vom Silodenken zur vernetzten Energiezukunft

Nach neun Jahren als Unternehmensleiter der St.Galler Stadtwerke zieht Marco Letta Bilanz. Er spricht über den Abschied vom Silodenken, übers Marathon laufen – und über eine Niederlage, die ihn noch eine Weile schmerzen wird.

Die sgsw sind gut aufgestellt für eine vernetzte Energiezukunft.

 
Marco Letta, abtretender Unternehmensleiter St.Galler Stadtwerke
Informationen zur Person Marco Letta

Marco Letta studierte an der ETH und schloss als Dipl. Masch. Ing. ETH/BWI ab. 2000 absolvierte er einen Führungslehrgang am International Institute for Management Development IMD in Lausanne, 2020 folgt der VR-CAS HSG-Lehrgang an der Swiss Board School. In seiner beruflichen Laufbahn war Marco Letta in verschiedenen internationalen Konzernen und Branchen als Verkaufsleiter und Geschäftsführer/CEO tätig - zuletzt bei den sgsw. Ab Juli widmet er sich seinen privaten VR-Mandaten und der gemeinsamen Firma im Bereich Messebau, die seine Partnerin führt – sowie seinen Hobbies: Wandern, Marathonlaufen, Malen, Wein und Holzbearbeitung.

Dass ich es gemeinsam mit meinem Team geschafft habe, die sgsw für eine vernetzte Zukunft aufzustellen und Rahmenkredite im Umfang von 375 Millionen Franken abzuholen. In Erinnerung bleiben werden mir auch zwei grosse Projekte, die gescheitert sind: das Betriebsgebäude für die Technischen Betriebe und die Rechtsformänderung. Letztere ist meine grösste Niederlage. Obwohl wir die Vorlage sorgfältig vorbereitet haben, wurde sie Ende Mai 2026 vom Stadtparlament an den Stadtrat zurückgewiesen. Bildlich gesprochen haben wir die sgsw mit einem super Trainingsplan zum Langstreckenläufer gemacht. Aber nun bekommt er keine Turnschuhe und man bindet ihm sogar noch die Füsse zusammen, damit nur kleine Schritte möglich sind. Das wird mich noch eine Weile schmerzen. Trotzdem gehe ich gerne. Ich war in den letzten 25 Jahren immer in Geschäftsleitungen tätig und habe viel Verantwortung getragen. Nun freue ich mich auf mehr Freiheiten.

Text: Fabienne Frei